TANIOBIS verleiht Promotionspreis 2026 gleich zweifach
Gleich zwei Dissertationen überzeugten das Gutachterkomitee des diesjährigen TANIOBIS-Promotionspreises für Festkörperchemie und Materialforschung: Dr. Vasiliki Faka und Dr. Dr. Pascal Kolodzeiski wurden am 9. September 2026 auf der GDCh Conference on Inorganic Chemistry in Jena ausgezeichnet. Beide Dissertationen leisten Beiträge zu Materialien, die für Energiespeicherung und funktionale Werkstoffe der Zukunft relevant sind.
Dr. Markus Weinmann bei der Vorstellung des TANIOBIS-Promotionspreises 2026 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Der im Zweijahresrhythmus ausgeschriebene Preis richtet sich an Nachwuchswissenschaftler, deren Dissertationen im Bereich der Festkörperchemie und Materialforschung herausragende wissenschaftliche Qualität zeigen. Die eingereichten Dissertationen wiesen durchweg ein hohes wissenschaftliches Niveau auf. „Zwei dieser Arbeiten haben sich dabei aufgrund ihrer methodischen Präzision und der Relevanz für die Materialforschung besonders hervorgetan“, erklärt Dr. Markus Weinmann, Research & Development bei TANIOBIS und Teil des Gutachterkomitees. „Das hat uns bewogen, den Preis in diesem Jahr zu teilen.“ Die Überreichung erfolgte durch Prof. Angela Möller, Vorsitzende der Fachgruppe Festkörperchemie & Materialforschung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), und Dr. Markus Weinmann.
Druck als Lösung für Festkörperbatterien
Festkörperbatterien gelten als eine der vielversprechendsten Technologien für die Energiespeicherung der Zukunft. Ihr Herzstück: der Festkörperelektrolyt. Dr. Vasiliki Faka, die ihre Dissertation an der Universität Münster abschloss, hat in ihrer Arbeit „Influence of Pressure on Structure and Transport Properties of Sulfide-Based Lithium and Sodium Ion Conductors“ gezeigt, dass mechanischer Druck die Struktur und Leitfähigkeit von Festkörperelektrolyten gezielt verbessern kann. Druck erzeugt bleibende Versetzungslinien im Material, die den Ionentransport erleichtern und die Leitfähigkeit erhöhen. Kombiniert mit chemischem Druck durch Elementsubstitution eröffnet das einen gemeinsamen wissenschaftlichen Rahmen zur gezielten Strukturmodifikation. Für die Entwicklung sichererer und schnellladefähiger Festkörperbatterien ist das ein relevanter Schritt.
Feierliche Übergabe des TANIOBIS-Promotionspreises 2026 in Jena (v. l. n. r.): Dr. Markus Weinmann, Dr. Vasiliki Faka, Dr. Dr. Pascal Kolodzeiski und Prof. Angela Möller.
Neue Steuerungsprinzipien für metallorganische Gläser
Metallorganische Gerüstverbindungen, kurz MOFs, sind poröse Hybridmaterialien mit einem breiten Anwendungspotenzial, von der Gasspeicherung bis zur Katalyse. Dr. Dr. Pascal Kolodzeiski, der seine Dissertation an der Technischen Universität Dortmund anfertigte, hat in seiner Arbeit „Metal-Organic Frameworks: Concepts from Glass Science and High-Pressure Behaviors“ zwei neue Wege aufgezeigt, wie sich diese Materialien gezielt steuern lassen. Im ersten Teil zeigte er, dass organische Lithium- und Natriumsalze als Netzwerkmodifikatoren in MOF-Gläsern eingesetzt werden können, wodurch sich Struktur, thermisches Verhalten und Porosität systematisch beeinflussen lassen. Im zweiten Teil untersuchte er, wie Metallidentität, Linkerlänge und Diaminfunktionalisierung das Verhalten von MOFs unter hydrostatischem Druck bestimmen. Die Ergebnisse liefern ein tieferes Verständnis poröser und glasartiger Hybridmaterialien und eröffnen neue Ansätze für deren gezielte Weiterentwicklung.
„Beide Preisträger zeigen, wie grundlagenorientierte Forschung und anwendungsnahe Fragestellungen zusammenwachsen können“, resümiert Dr. Markus Weinmann. „Genau diese Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und praktischer Relevanz ist es, die wir mit dem Promotionspreis fördern wollen.“
TANIOBIS gratuliert Dr. Faka und Dr. Dr. Kolodzeiski herzlich und wünscht ihnen für ihre weiterführenden Arbeiten viel Erfolg.

